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Mein Weg zur Wiener Landesmeisterschaft im Kraftdreikampf

8. April 2016

Und … was ich da überhaupt zu suchen hatte!

Nach 16 Jahren aktivem Krafttraining und im fortgeschrittenen Sportleralter von 30 Jahren hört man leistungstechnisch schon etwas die Uhr ticken. Daher war ich schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einer Möglichkeit mein Training endlich auf ein wettkampforientiertes Ziel zu fokussieren und mich mit mir selbst und anderen zu Messen. Da kam mir Michi unser Praktikant mit dem Vorschlag, dass wir doch an der Wiener Landesmeisterschaft im Kraftdreikampf am 3. April 2016 mitmachen könnten gerade recht. Unser gemeinsames Ziel war es in der Klasse -74 kg Körpergewicht zu starten und die Qualifikation für die Staatsmeisterschaft im Dezember 2016 zu schaffen. Das war Anfang Dezember 2015. Blieben also knapp vier Monate um sich einen Schlachtplan zurecht zu legen und ordentlich Gas zu geben.

Es gab viel zu tun! Galt es doch die Technik in den „Big Three“ – Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben – zu verbessern und … nun ja … deutlich stärker zu werden.

Erst einmal mussten wir natürlich den Ist-Zustand, also die momentane Maximalleistung der drei Übungen ermitteln. In meinem Fall waren das 130 kg Kniebeuge, 100 kg Bankdrücken und ziemlich magere 140 kg Kreuzheben. Freundlich ausgedrückt war also noch deutlich Luft nach oben vorhanden.

Der Trainingsplan wurde umgestellt und von da an wurde 4 mal die Woche hart am Eisen trainiert.

So gingen die Wochen ins Land und der Wettkampf rückte näher. Die Kraftleistungen gingen nach oben, allerdings galt das auch für den Zeiger der Waage. Von anfänglich 74,5 kg Körpergewicht ging es Anfang März hoch bis auf knapp 80 kg – bei einem Körperfettanteil von 4,8 %. Das gab Grund zur Besorgnis, da ja der Start in der Klasse unter 74 kg angestrebt wurde.

Unser Ernährungsexperte Fabian Altreuther war daher gefragt und bastelte mir einen Plan zurecht der vor allem über Entwässerung ans Ziel führen sollte. Unerbittlich achtete Fabi vor allem in der letzten Woche vor dem Wettkampf auf alles was ich mir an flüssiger und fester Nahrung zuführte. Reis, Gemüse, Hühnerfleisch, Fisch, Eier, Gurken und Wasser (6 Liter am Tag) waren so ziemlich das einzige womit ich meinen Motor antrieb.

Am 3. April war es dann so weit. Bei der Abwaage um 8 Uhr hatte ich 72,7 kg Körpergewicht und fühlte mich top fit. Es war also Zeit endlich die Leistung aus dem Training auf die Wettkampfplattform zu bringen.

Michi und ich waren durchaus etwas nervös, war es doch für uns beide der erste Wettkampf. Nachdem wir beide unsere drei Versuche beim Kniebeugen gültig absolviert hatten kehrte zumindest bei mir innerlich etwas Ruhe ein. Beim Bankdrücken scheiterte dann zwar der dritte Versuch, allerdings konnte ich im Kreuzheben wieder die erhoffte Leistung bringen.

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Unsere Leistungen:

Johannes Schober (72,7 kg)

Kniebeugen 150 kg

Bankdrücken 110 kg

Kreuzheben 180 kg

Gesamt 440 kg

Michael Stubits (73,3 kg)

Kniebeugen 150 kg

Bankdrücken 95 kg

Kreuzheben 180 kg

Gesamt 425 kg

Das bedeutete in unserer Gewichtsklasse für mich den 3. Platz und für Michi den 4. Platz. in der RAW Wertung (= ohne Equipment).

Die Qualifikation für die Staatsmeisterschaft schafften wir ebenfalls beide.

Alles in allem war es eine tolle Erfahrung. Nicht nur das fokussierte Training mit Michi, sondern auch die Unterstützung durch Fabi und vor allem durch meine Frau Babsi und meinen kleinen Sohn Finn – der beim Wettkampf natürlich auch angefeuert hat – waren ein tolles Erlebnis.

Mein Dank geht auch an die Jungs vom Intelligent Strength Schwerathletikverein ohne die die Teilnahme erstens gar nicht möglich gewesen wäre und zweitens der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung in diesem Sport eine Bereicherung waren.

In diesem Sinne schließe ich mit den Worten … BLEIBT STARK UND WERDET STÄRKER. Letzteres gilt vor allem für Michi und mich im Hinblick auf die Staatsmeisterschaft im Dezember.

Bis dahin sehen wir uns wie immer beim nächsten Training!

Euer Joschi

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